Besonderheit beim Drehen

Man unterscheidet horizontales und vertikales Drehen. Horizontal bedeutet, die Futterbacke dreht aus der Maschine heraus in horizontaler Richtung. Hier kann durch entsprechende Konstruktion der Haube, durch Anbringen von Blech im direkten Späneflugbereich, die Sicherheitsscheibe vor zu viel Spanbeschuß geschützt werden. Dies ergibt eine lange Verwendungsdauer und Bruchsicherheit der Sicherheitsscheibe. Bei vertikalen Drehmaschinen ist das allerdings nicht möglich. Sie wirft immer Späne direkt auf die Scheibe aus. Deshalb sind diese Maschinen sind von der Sicherheitsseite her auch kritischer, weil der Bediener die Futterbackeneinheit immer auf sich zukommen sieht.

Eine häufig gestellte Frage ist:

"Warum ist die Futterbacke das Problem, die bearbeteten Teile sind doch oft viel schwerer?"

Wenn der Nutenstein, der die Futterbacke an seinem Platz hält, bricht, verlässt diese das Futter und bringt die ganze Drehenergie auf eine laterale Bahn, indem die Futterbacke tangential die Umlaufbahn verlässt. Das eingeklemmte Werkstück bewegt sich auch horizontal, jedoch stabil auf seiner Drehachse. Wenn es in sich bricht, bewegt sich das Teil diffus in der Maschine. Hier spricht man vom sogenannten Knüppeleffekt. Es ist keine direkte Einwirkung der Gesamtmasse des gedrehten Teils auf das Fenster zu erwarten. Deshalb wurde auch die Europanorm auf die Gefahr der Futterbacke hin ausgerichtet (Link auf die Normen).

Alterung

Chemische Einwirkung und die UV-Empfindlichkeit haben gezeigt, dass Polycarbonat vor allem in Drehmaschinen ein starkes Alterungsverhalten aufweist. Das Material zeigt Versprödungserscheinungen. Normalerweise ist eine Polycarbonatscheibe biegbar und fängt große Massen ab. Sind die Molekularketten spröde, reißen sie. Bei der Drehmaschine ist dies, auf Grund der großen Massen, ein Nachteil.
Die Firma SEGE empfiehlt ein Austauschintervall von 8 Jahren.
Alterungsversuche haben zwar gezeigt, dass auch nach 13 Jahren ein SEGE-Sicherheitsfenster die ursprüngliche Rückhaltsfestigkeit behalten hat, jedoch kann nicht vorausgesehen werden, welche Veränderungen des Bearbeitungsprozesses in der Zukunft zu erwarten sind. Es ist auch nach zehn Jahren zu erwarten, dass eine SEGE-Sicherheitsscheibe nicht alterungsspezifisch unsicher wird. Die Alterungsstabilität wird erreicht, durch das rundherum Abschirmen der Polycarbonatscheibe aus dem chemischen Medium. Innen durch Glas, außen durch Beschichtung oder eine zusätzliche Scheibe sowie dem Edelstahlrahmen, der der ganzen Konstruktion eine Festigkeit verleiht.